Test002
Irland im Vereinigten Königreich
Im Act of Union 1800 war die Gleichberechtigung der Katholiken vorgesehen gewesen. Doch König Georg III. wehrte sich zunächst erfolgreich dagegen. Eine durch Daniel O’Connell angeführte Kampagne führte 1829 schließlich zur Aufhebung der diskriminierenden Gesetze und Katholiken war es nun erlaubt, ins Parlament gewählt zu werden. Seine Anstrengungen, die Act of Union aufzulösen, waren hingegen erfolglos.
In der Zeit von 1846 bis 1851 kam es in Irland aufgrund schlechter Kartoffelernten zur Großen Hungersnot, welche durch die damals herrschende wirtschaftspolitische Orthodoxie des laissez-faire noch verschärft wurde.[1][2] In dieser Zeit verhungerten etwa 1 Million Menschen und etwa 2 Millionen wanderten aus.[3] 1858 wurde die erste Untergrundarmee gebildet, die einen erfolglosen bewaffneten Aufstand durchführte.
Stattdessen begannen mehrere Gruppen, sich für Selbstverwaltung einzusetzen. Zwei „Home Rule“-Gesetze wurden durch die Regierung von William Ewart Gladstone ausgearbeitet, scheiterten aber 1886 und 1893 jeweils im Parlament. Die Meinungen in Irland waren geteilt, vor allem die protestantische Mehrheit in Ulster war dagegen.
Ein weiteres „Home Rule“-Gesetz wurde 1912 vom Unterhaus genehmigt, scheiterte aber im Oberhaus. Das Oberhaus hatte aber in der Zwischenzeit sein Vetorecht verloren und konnte das Gesetz nur um zwei Jahre verzögern. In Irland bildeten sich zwei feindlich gesinnte Untergrundarmeen, die mit großem Eifer Waffen importierten. Auf der einen Seite standen die katholischen Nationalisten, auf der anderen Seite die protestantischen Unionisten. Der Erste Weltkrieg ließ die Irlandfrage für einige Jahre in den Hintergrund rücken.
1916 wurde in Dublin die Irische Republik ausgerufen, 1919 wurde ein selbsternanntes irisches Parlament gebildet. Der Irische Unabhängigkeitskrieg dauerte von Januar 1919 bis Juni 1921. Im Englisch-Irischen Frieden von 1921 wurde die Bildung des Irischen Freistaats vereinbart. Nach und nach wurden sämtliche verfassungsrechtliche Bindungen zu Großbritannien aufgelöst, bis dann 1949 die Republik Irland gegründet wurde. Sechs Grafschaften in Ulster, die mehrheitlich protestantisch waren, blieben bei Großbritannien. Damit wurde aus dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Irland das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland. Die offizielle Namensänderung erfolgte allerdings erst 1927.
Siehe auch den Hauptartikel Geschichte des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland
Nordirland
Die protestantischen Nordiren, die stets gegen die Unabhängigkeit Nordirlands gewesen waren, fuhren mit der Unterdrückung der katholischen Minderheit fort. Die Grenzen der Wahlkreise wurden so gezogen, dass die Katholiken fast keine Vertreter in die Stadtverwaltungen entsenden konnten.
In den 1960ern versuchte der Erste Minister Terence O’Neill das diskriminierende System zu reformieren, stieß jedoch auf erbitterten Widerstand der fundamentalistischen Protestanten unter der Führung von Ian Paisley. Verschiedene gewalttätige Ausschreitungen führten zur Entsendung von britischen Truppen durch Innenminister James Callaghan. Der Schutz durch die Truppen wurde von der katholischen Bevölkerung zunächst begrüßt. Als jedoch am Blutsonntag in Derry dreizehn unbewaffnete Demonstranten durch Fallschirmtruppen getötet wurden, radikalisierte sich die katholische Minderheit. Dies war der Beginn des Nordirland-Konflikts.
Für 25 Jahre versank Nordirland in einen bürgerkriegsähnlichen Zustand, die IRA und verschiedene protestantische Untergrundbewegungen terrorisierten die Bevölkerung. Erst mit dem Karfreitagsabkommen von 1998 wurden die bewaffneten Auseinandersetzungen beendet. Doch die grundlegenden Gegensätze konnten bis heute nicht überwunden werden und der Konflikt könnte leicht wieder außer Kontrolle geraten.
Britisches Weltreich und Commonwealth
Hauptartikel: Britisches Weltreich
Auf seinem Höhepunkt umfasste das British Empire fast zwei Fünftel der Erdoberfläche. Die Siedlerkolonien Australien, Neuseeland, Neufundland und Südafrika, wohin Millionen von Briten und Iren ausgewandert waren, konnten sich einen immer größeren Grad an Selbständigkeit sichern und wurden schließlich unabhängig. Nach der Unabhängigkeit von Indien und Pakistan (1947) wurde das Riesenreich innerhalb weniger Jahre aufgelöst. Es wurde durch das lockere Commonwealth ersetzt, dem die meisten ehemaligen Kolonien angehören. 13 ehemalige Kolonien haben sich dazu entschlossen, bei Großbritannien zu bleiben und den Status eines Überseegebiets anzunehmen. Dazu zählen u. a. Gibraltar, die Falklandinseln und Bermuda.